Artikel 50

Hallo und willkommen zum 50. Artikel.

Mir hat letztens jemand erzählt, er wäre gerne immer glücklich.
Und er würde nie irgendeine Form von Trauer verspüren wollen.
Er meinte, in einer Welt ohne schlechte Dinge sei man immer glücklich.
Das hat mich sehr nachdenklich gemacht.

Für mich war „Glück“ als solches immer ein Zeitraum, in dem ich mich besser gefühlt habe. Meist habe ich erst nach diesem Zeitraum festgestellt, wie glücklich ich eigentlich bin.

Nunja.
Man kann nicht immer glücklich sein.
Das Leben muss, es muss zwanghaft aus Höhen und Tiefen bestehen. Wer permanent glücklich ist oder keine Probleme hat, der wird ein langweiliges Leben haben.
Und immer nur glücklich sein ist einfach nur langweilig.
Man braucht Phasen, Phasen in welchen man traurig oder eben nicht so glücklich ist.
Sonst hat man nie wirklich etwas erlebt.
Ist man denn am Lebensende glücklich wenn man nie wirklich etwas erlebt hat?
Ich weiß es nicht, aber ich wäre nicht glücklich.
Und genau deshalb ist eine Welt ohne schlechte Dinge auch eines der schlimmsten Dinge die ich mir vorstellen kann.
Keine Herausforderungen, keine Probleme…
Keine Lösungen!
Es gäbe keine Innovation!
Wir wären wahrscheinlich nie so weit gekommen wie wir es jetzt sind. Für eine funktionierende Gesellschaft braucht man Gegensätze, denn dann muss die Gesellschaft zusammenarbeiten.
In einer Welt ohne gute Dinge wäre es auch nicht besser, da man selbst sicherlich auch keinerlei Motivation oder Optimismus hat etwas dagegen zu tun.
Das Gute und das Schlechte halten die Gesellschaft zusammen.

Und in gewisser Weise  kann man irgendwann auf sein Leben zurückblicken und erst dann feststellen, was es für ein glückliches Leben war.
Wie viel man erlebt hat.
Denn auch traurige Phasen können im Nachhinein als glücklich empfunden werden.

Man weiß selten, was Glück ist, aber man weiß meistens was Glück war.
Françoise Sagan

Over and out

Artikel 49

Hallo und willkommen zu Artikel 49.Ich möchte heute über das Thema sterben philosophieren.

Der Tod begleitet uns, man denkt fast täglich daran. Jeden Tag sterben unfassbar viele Menschen, verschwinden einfach für immer. Jeden Tag werden Leben beendet.

Ob durch einen Herzinfarkt oder schlichtweg Altersschwäche…

Menschen haben Angst vor dem Tod, dem Ende ihrer Existenz.

Wir haben Angst vor dem Tod, vor dem „Nichts“, obwohl wir davon nichts spüren werden. Der Tod ist friedlich. Genauso wie die Zeit vor der Geburt.

Man existiert nicht.

Man fühlt nicht.

Man denkt nicht.

Der Tod ist nichts was man planen kann.

Im Grunde ist es ironischerweise doch eine Erlösung von dem Leben.
Die Angst vor dem Tod ist allgegenwärtig, die Angst davor einfach weg zu sein,

die Angst davor einer der Menschen zu sein die jeden Tag sterben.
Dabei sterben wir ab unserem Atemzug.

Wenn unser Herz anfängt zu schlagen, wenn wir das erste Mal denken… dann müssen wir auch irgendwann tot sein.

Das Sterben beginnt schon bei der Geburt.

Und so quält es uns jeden Tag, bis wir erlöst werden. 

Ein ganzes Leben lang.

Over and Out