Artikel 50

Hallo und willkommen zum 50. Artikel.

Mir hat letztens jemand erzählt, er wäre gerne immer glücklich.
Und er würde nie irgendeine Form von Trauer verspüren wollen.
Er meinte, in einer Welt ohne schlechte Dinge sei man immer glücklich.
Das hat mich sehr nachdenklich gemacht.

Für mich war „Glück“ als solches immer ein Zeitraum, in dem ich mich besser gefühlt habe. Meist habe ich erst nach diesem Zeitraum festgestellt, wie glücklich ich eigentlich bin.

Nunja.
Man kann nicht immer glücklich sein.
Das Leben muss, es muss zwanghaft aus Höhen und Tiefen bestehen. Wer permanent glücklich ist oder keine Probleme hat, der wird ein langweiliges Leben haben.
Und immer nur glücklich sein ist einfach nur langweilig.
Man braucht Phasen, Phasen in welchen man traurig oder eben nicht so glücklich ist.
Sonst hat man nie wirklich etwas erlebt.
Ist man denn am Lebensende glücklich wenn man nie wirklich etwas erlebt hat?
Ich weiß es nicht, aber ich wäre nicht glücklich.
Und genau deshalb ist eine Welt ohne schlechte Dinge auch eines der schlimmsten Dinge die ich mir vorstellen kann.
Keine Herausforderungen, keine Probleme…
Keine Lösungen!
Es gäbe keine Innovation!
Wir wären wahrscheinlich nie so weit gekommen wie wir es jetzt sind. Für eine funktionierende Gesellschaft braucht man Gegensätze, denn dann muss die Gesellschaft zusammenarbeiten.
In einer Welt ohne gute Dinge wäre es auch nicht besser, da man selbst sicherlich auch keinerlei Motivation oder Optimismus hat etwas dagegen zu tun.
Das Gute und das Schlechte halten die Gesellschaft zusammen.

Und in gewisser Weise  kann man irgendwann auf sein Leben zurückblicken und erst dann feststellen, was es für ein glückliches Leben war.
Wie viel man erlebt hat.
Denn auch traurige Phasen können im Nachhinein als glücklich empfunden werden.

Man weiß selten, was Glück ist, aber man weiß meistens was Glück war.
Françoise Sagan

Over and out

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