Verrohung der Diskussion – Artikel 62

Liebe Leser…

das aktuelle Diskussionsklima in Deutschland ist mehr als untragbar.

Ich möchte aufzeigen, was viele falsch machen, was man vielleicht falsch

macht und was man ändern kann.

 

Politische Diskussionen in Deutschland lassen sich aktuell meist in eine dieser Kategorien einteilen:

Es fehlen politische Differenzen. Es ist langweilig und reine Zeitverschwendung, weil nahezu die gleiche Meinung vertreten wird. Die Diskussion ist sinnlos. ( TV-Duell Wahlen 2017)

oder

Es gibt politische Differenzen und diese werden nicht nur im Inhalt ersichtlich, sondern auch in dem äußerst unprofessionellem und respektlosen Umgang miteinander. ( Wie geht’s, Deutschland – 5. Sept 17 )

 

Ich möchte hier die zweite Kategorie behandeln, welche sicherlich auch ein Grund für die erste sein kann ( außer es ist ein TV-Duell zwischen Merkel und Schulz, welches viel länger als die deutlich interessantere Diskussion „fünfkampf“ am Folgetag geht )

„Die Gewalt beginnt bei der Verrohung der Sprache“

– Christian Lindner ( faz )

( Auch wenn hier eher gemeint war, dass die AfD Begriffe wie „völkisch“ verwendet – das Zitat stimmt. )

Gewalt beginnt bei der Verrohung der Sprache – und Überraschung, wenn ich AfDlern während einem Interview Nazi-Vorwürfe mache oder sie als Nazi-Partei betitle, dann macht mir das auch der kleine Mann nach – und wie man ja dank unserem tollen Justizminister Maas weiß, entsteht Gewalt zuerst im Kopf.

(Profi-Politiker-Tipp: Dann macht es auch keinen Sinn, sie zu zensieren. Denn sie ist dann ja immer noch da. Was für ein Geniestreich. Einfach die Symptome zensieren und dafür sorgen, dass sich Menschen in emotionalen Ausbrüchen ausgegrenzt fühlen – mal sehen wo das hinführt. Oder lassen wir das am besten die Netzwerke machen, mit einer maximalen Zeit bis zur Löschung und brummen ansonsten eine heftige Geldstrafe auf. Das hat sicherlich keine Fehllöschungen zur Folge.)

Wie auch in „Wie geht’s, Deutschland“ – einer Sendung des ZDF, welche am 5. September ausgestrahlt wurde. Hier verlässt die AfD-Spitzenkandidatin nämlich einfach das Studio, nachdem sie ausgelacht, unterbrochen und persönlich angegriffen wurde. Sie selbst hat sich allerdings auch nicht perfekt verhalten, das muss auch gesagt werden. Während der AfD immer wieder ins Wort gefallen wird, fällt auch die AfD immer wieder ins Wort. Aber das der Saal klatscht und jubelt als sie geht, das ist ein klares Zeichen von Ausgrenzung und Spott.

Ihr solltet euch schämen. Ihr seid keine Demokraten, ihr seid Meinungsmacher. Ihr seid aber auch keine Lügenpresse, ihr seid einfach nur unfähig zu diskutieren, aber nicht weil ihr keine Argumente habt, sondern weil euch etwas fehlt was viel wichtiger als Argumente ist: Respekt.

Wer diesen nicht hat, sollte auch nicht öffentlich auftreten oder gar interviewen und erst recht nicht im Fernsehen diskutieren.

Ich gebe offen zu, dass ich andere Personen durchaus mal als Nazis betitelt habe, aber ich bin weder ein Politiker noch eine Person in der Öffentlichkeit. ( und es ist 2 Jahre her ) Ich habe euch den Artikel sogar verlinkt. Ich habe damals einen Fehler gemacht und hier auf dem Blog findet man noch einige Beispiele von Meinungen, welche ich nicht ( mehr ) vertrete. Ich werde sie aber nicht löschen.

Und ich habe keinerlei politischen Einfluss. Aber ich habe Respekt. Anfangs hab ich mich mitreißen lassen, so wie ein Großteil von euch. Aber es ist falsch. Zusammen können wir Lösungen finden, also lasst uns gemeinsam danach suchen.

Das ist kein akzeptables Diskussionsklima und wir sollten das ändern.

In Liebe,

euer brainfuck

Es ist nicht auszuschließen, dass ich hier als Kunstperson agiere und Artikel entsprechend provokant geschrieben sind – um eben auch hervorzustechen. Danke fürs Lesen.

Vor dem Gesetz sind alle gleich… oder? – Artikel 61

Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

Das sagt jedenfalls unser Grundgesetz.
Allerdings gab es in den letzten Jahren immer wieder eigentlich strafrechtlich relevante Fälle, welche aber aufgrund von diplomatischer Immunität nicht weiter verfolgt wurden.

Und es sind nicht nur irgendwelche Bagatelldelikte – sondern auch menschenrechtsverletzende Fälle. Das ist aber irrelevant. Denn Immunität ist Immunität.

Dewi Ratnasari, ihr wirklicher Name ist nicht bekannt, soll fast zwei Jahre lang im Berliner Haushalt eines saudischen Botschaftsmitarbeiters geschuftet haben wie eine Sklavin. (…)  Die Botschaft bezahlte damals zwar das ausgebliebene Gehalt, doch für den Diplomaten hatte der Fall keine Konsequenzen.
Tagesspiegel.de

Und jetzt ist die „diplomatische Immunität“ wieder groß in Diskussion.
Ein Radfahrer ist gegen die Autotür eines im Halteverbot stehenden geprallt und an den Folgen einer schweren Kopfverletzung gestorben. ( Quelle )

Und eine Strafverfolgung?

Der 51-Jährige ist Diplomat aus Saudi-Arabien und genießt Immunität, wie Sicherheitskreise in der Hauptstadt dem SPIEGEL bestätigten. „In einem solchen Fall wird das Verfahren eingestellt“
Spiegel.de

Das sagt jedenfalls der Spiegel und bezieht sich hierbei auf Aussagen eines Sprechers der Berliner Staatsanwaltschaft.

Interessant ist auch, was dem Artikel noch entnommen werden kann:

„In Berlin kommt es jährlich zu Tausenden Verkehrsverstößen von Diplomaten, die nicht verfolgt werden dürfen. Laut der Innenbehörde wurden 2015 insgesamt 24.114 Verkehrsdelikte für Kraftfahrzeuge mit Diplomatenkennzeichen registriert, 2016 waren es 22.880.“

Interessant ist die Formulierung.

Diplomaten dürfen nicht verfolgt werden.

Und das trifft tatsächlich zu.
Die diplomatische Immunität schützt Personen, welche in Deutschland Straftaten begehen.
Natürlich kann die politische Immunität auch aufgehoben werden, aber das ist offensichtlich eher selten der Fall, bei kleineren Verstößen wird so etwas sowieso nicht in Betracht gezogen.

Mit Verlaub: Das ist scheiße.

Personen, welche in Deutschland sind, sollten alle gleich behandelt werden. Und das ist keine Forderung, nein das ist gesetzlich festgelegt.

Und das im 3. Artikel des Grundgesetzes, Absatz 3.

(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Natürlich sagt das Gesetz, dass Diplomaten Immunität und somit Schutz vor Strafverfolgung haben.

Aber wenn ein Mensch gegen ein in Deutschland geltendes Gesetz verstößt darf er nicht aufgrund „diplomatischer Immunität“ einfach einen Freibrief bekommen.
Das ist nämlich offensichtliche Bevorzugung gegenüber anderen Menschen.

Aber wie macht man es richtig?

Man versucht einfach dagegen vorzugehen.
Ein gutes Beispiel ist die USA: Vor ein paar Wochen wurden dort (unter anderem kurdische ) Demonstranten auf amerikanischem Boden von türkischen Sicherheitskräften attackiert.
Nun wurden Haftbefehle gegen einige dieser Sicherheitskräfte erlassen. ( Quelle )
Es ist zu hoffen, dass diese nicht fallen gelassen werden.

Allgemein ist mir die „diplomatische Immunität“ ein Dorn im Auge.
Wenn ein diplomatischer Status offensichtliche Täter vor Konsequenzen schützt – wer schützt dann uns? Und warum haben wir ein Grundgesetz, in welchem klar gesagt wird, dass niemand bevorzugt oder benachteiligt werden darf?
Das ergibt keinen Sinn.

Ja, manchmal ist es sicherlich sinnvoll, Diplomaten Immunität zu gewähren.
Allerdings sollten sie keinen Freibrief bekommen. Denn dann wird es auch nicht besser.

Over and Out!

Wer braucht schon politischen Diskurs, wenn er Demokratie hat? – Artikel 60

Im Bezug auf aktuelle Ereignisse habe ich mich entschieden, (m)eine Meinung zu äußern, welche einigen meiner Leser wahrscheinlich nicht gefallen wird.
Um ein wenig genauer zu sein:

Liebe Demokraten, liebe Mitbürger.

Was seid ihr für Menschen? Was wollt ihr für Zeichen setzen?
Es ist antidemokratisch, Meinungen zu verbieten.
Eure Freude über das Verbot zeigt, wie wenig Toleranz ihr doch habt.
Eure Angst vor Diskussionen mit Andersdenkenden zeigt, wie viel Angst ihr vor anderen Meinungen habt. Ihr wisst nichts über die Materie. Viele folgen blind irgendwelche Halbwahrheiten!
Politik ist auf einmal im Trend. Jeder hat eine Meinung! Wie wunderbar, könnte man jetzt denken: Doch mit euren fehlgeleiteten geforderten Verboten von demokratischen Parteien oder dem verzerren von Zitaten, welche in einem eindeutigen Kontext stehen, zeigt ihr nur eure Unfähigkeit und euren Realitätsverlust!
Die Demokratie ist etwas wunderbares.
Doch ihr macht sie kaputt. Ihr widersprecht euch selbst, ihr wollt alle Meinungen und alle Menschen tolerieren, aber mit AFD-Anhängern redet ihr nicht!
Ihr spaltet die Lager! Wie soll man denn Lösungen finden, wenn man nicht diskutiert?

Es bringt mich zum Verzweifeln, dass ihr es nicht auf die Reihe bringt, eine richtige Diskussion zu führen. Es demotiviert mich auch in meiner Schreiblust.
Wenn ein Artikel sich nicht über Trump oder die AFD lustig macht, klickt er dann überhaupt?

Mal sehen.
Dieser Artikel geht gegen euch, gegen diese Menschen, die meinen, sie seien Demokraten, wenn sie jetzt alle AFDler von der Facebook-Freundesliste entfernen. Aber auch gegen diese Menschen, die die Meinungsfreiheit einschränken wollen oder sogar eine demokratische Partei verbieten wollen.
Die AFD ist mir auch ein Dorn im Auge, aber was wäre eine Demokratie ohne Opposition? Sie wäre sicherlich keine Demokratie, sondern eher ein System, welches sich mit einem Namen brüstet, welches es nicht verdient hat.

Ich kann euch eure Meinungen nicht verbieten.
Und nein, das will ich auch gar nicht. Ich möchte mit euch in Diskurs treten und zeigen was falsch läuft. Und auch wenn euch das nicht gefällt:
Andere Menschen habe eine andere Meinung.
Wenn ihr diese nicht in Ordnung findet, diskutiert.
Und wenn ihr euch als Einheit einig seid, dass eine Meinung nicht in Ordnung ist, wie es jetzt der Fall ist, dann ist es sinnvoller zu protestieren.

Macht es nicht wie Erdogan.
Demonstriert und nutzt eure Rechte. Zeigt diesen Ministern, was die Idee von Meinungsfreiheit bewegen kann. Versammelt euch und protestiert!

Setzt endlich ein Zeichen! Aber zensiert nicht.

Und bedenkt:
Das lässt sich nahezu auf jede Situation anwenden.

In Liebe,
euer brainfuck

Over and Out.

Eine Kurzgeschichte – Mit gesenktem Blick

Der Junge war verärgert.

Das Lenkrad klemmte. Es war zwar aus Plastik, aber es klemmte. Und das regte ihn auf. Mitten im Assi-Viertel saß er jetzt mit seinem Billig-Polizeiauto fest. Während er nun darauf wartete, dass irgendetwas passierte, begann er dieses eine Lied zu summen, welches er immer summte wenn er beunruhigt oder ängstlich war. Auf eine solche Situation war der Kleine schlichtweg nicht vorbereitet gewesen. Generell hatte der Junge Probleme mit den meisten ungewohnten Situationen. Für ihn war Neues ungewöhnlich, und ungewöhnlich empfand er als unangenehm. Später würde er das ganze Routine und Rituale nennen. Aber daran dachte er nicht. Noch nicht. Er machte sich Sorgen um sich selbst. Er hatte nicht einmal seiner Mutter gesagt, wo er mit seinem Bobbycar hinwollte. Und jetzt kam er nicht mehr weg. Er saß fest.  Er vermisste seine Familie. Er fragte sich sogar insgeheim, ob er seine Schwester jemals wieder sehen würde. Natürlich würde er das nie zugeben. Zu anderen Kindern hatte er immer ein spezielles Verhältnis.

Just in diesem Moment hielt ein Sattelschlepper neben dem deprimierten Jungen.

Er hörte, wie sich eine Tür öffnete. Er vermied es, aufzublicken. Niemand sollte sehen, dass er den Tränen nahe war.  “Was machst du den so weit im Industriegebiet, mein Junge?”, fragte eine raue Stimme mit starkem schwäbischen Akzent. Nahezu unverständlich.

So etwas bereitete ihm Unbehagen. Er hasste es, wenn Menschen undeutlich redeten. Gedanklich wiederholte er den Satz. Obwohl er nicht aufschaute, merkte er, dass geduldig die Stimme auf ihn herabschaute. “Mein blödes Lenkrad klemmt, und nun komme ich nicht mehr zu Mama und Papa”, flüsterte der Junge schüchtern, blickte immer noch hinab.

Die folgende unangenehme Stille bemerkte der Junge gar nicht, so war er in seine Gedanken versunken. Komplett in seiner eigenen Welt. Unfähig, von hier wegzukommen. Unfähig, etwas zu verstehen. Er wollte nicht aufblicken, er wollte niemanden etwas erklären, was sowieso niemand verstehen würde. Wenn er aufblickte, und sich äußerte müsste er sich wieder rechtfertigen und niemand würde ihn verstehen. Es machte ihn traurig und glücklich zugleich, dass die Stimme sich für ihn interessierte, aber er hatte auch dieses starke Bedürfnis, alleine zu sein. Er fragte sich auch nicht, was die Stimme von ihm denken muss – denn es interessierte ihn nicht. Nach Hause wollte er. In seinem Zimmer wieder den Schlüssel umdrehen und alleine sein. Warum war er überhaupt nach draußen gegangen?

Die Stimme war verdutzt. Sie hatte erwartet, dass der Junge etwas nachvollziehbares als Grund anführt, aber das hier war absurd. Sie konnte ihn aber auch nicht hier sitzen lassen. So etwas macht man einfach nicht.

So entschied sie sich, dem Jungen etwas warmes zu trinken zu geben. Dieser war froh, dass ihm jemand Verständnis entgegenbrachte und half, ohne alles zu hinterfragen um es dann sowieso nicht zu verstehen. Sie redeten die ganze Zeit nicht miteinander. Und der Bobbycar wurde ganz regelkonform abgeschleppt. Im Gegensatz zum Jungen vergass die Stimme diese Begegnung schon sehr bald.

Halbgare vegetarische Verbraucherkennzeichnungen oder Dummheit – Artikel 59

Sie kennen das bestimmt:

Sie wollten an Silvester richtig viele tote Tiere essen.
Allerdings sind Sie den hinterlistigen Fleischimitaten in die Bärenfalle gelaufen:
Statt Fleisch haben Sie so dummes Veggie-Zeug gekauft! Wie widerlich!

Dieses „First-World“ Problem dürfte fast jeder aus der westlichen Welt kennen.
Diese bösen Fleischimitate, mit dem „vegetarisch“ oder „vegan“ besudeltem Namen. Tarnen sich als Fleisch. Krank.

Aufgrund dieser wohl doch sehr häufigen Fehlkäufe hat sich endlich der deutsche Ernährungsminister Schmidt geäußert:

Diese Begriffe sind komplett irreführend und verunsichern die Verbraucher. Ich setze mich dafür ein, dass sie im Sinne einer klaren Verbraucherkennzeichnung verboten werden. Ich möchte nicht, dass wir bei diesen Pseudo-Fleischgerichten so tun, als ob es Fleisch wäre.
(Zitat nicht vollständig, er fordert im Anschluss eigene Namen für Fleischersatzprodukte, wo übrigens echt kein Fleisch drin ist)
– Ernährungsminister Schmidt (Quelle)

Nun, ohne dem Minister irgendetwas vorwerfen zu wollen:
Während die Bezeichnung „frisch“ für verschiedenste Lebensmittel doch eher eine vage, oft abweichende Bedeutung hat, ist „vegetarisch“ doch eher ein wenig absoluter. So kann etwas „ein wenig frischer sein“ als das andere, jedoch dürfte es Ivanka Trump schwerfallen, ein „bisschen schwanger“ zu sein, denn es stellt einen absoluten Zustand dar.
Darunter fällt somit auch die „vegetarische Wurst“, ja „vegetarische Schnitzel“ sind wahrscheinlich wirklich vegetarisch, nicht ein bisschen vegetarisch und ganz sicher nicht halbvegetarisch. Möglicherweise redet Schmidt aber ein wenig halbgares Gesülz, welches auf kompletter Eigenerfahrung beruht und absolut nicht repräsentabel ist.

Nur weil etwas Wurst oder Schnitzel heißt, muss es nicht gleich aus Fleisch bestehen! Erst recht nicht, wenn es eine „vegetarische Wurst“ ist! Wie kommt man dann überhaupt auf die antifaktische Idee, das Fleisch enthalten sein könnte? Ich könnte auch ein Beispiel nennen, wo Wurst eher ein Abfallprodukt darstellt. Auch „Veggie-Wurst“ sollte ein unterdurchschnittlich-intelligenter Höhlenmensch als fleischfrei identifizieren können. Kann er das nicht, ist es keine Verbrauchertäuschung, bei weitem nicht.

Sondern Dummheit. Pure Dummheit.

Auch die Forderung nach neuen Namen sind absurd und irreführend.
Soll ich etwa nach „länglichem, dünnen fleischlosem Grillgut“ fragen?
Also bitte, man muss doch nicht alles verkomplizieren!
Ja, bitte erschwere meinen Alltag, Herr Minister!

Das einzig verunsichernde und irreführende sind solche Forderungen, welche an sich neben absurd auch noch völlig unnötig sind.
Kinderschnitzel bestehen übrigens auch nicht aus Kindern, und Eisberg-Salat wird nicht in der Antarktis angebaut!
Einfach unglaublich.

Das ist keine Verbrauchertäuschung.

Ich halte es für Verbraucherenttäuschung, wenn ich im Laden nach vegetarischen Schnitzeln suche, und mir niemand helfen kann – Weil niemand weiß, wie denn der Alternativname lauten könnte.
Bitte mach meinen Einkauf nicht noch komplizierter.
Danke, aber nein Danke, Herr Schmidt.

So this is Christmas… Artikel 58

Frohlocket! Die Weihnachtszeit kommt!

Die lauten Glocken läuten leise, denn die Welt ist ein tiefdunkles Weiß getaucht, fernab von allem gutem Übel. Wenn die Kinder lachen und vor Freude schmerzlich weinen, ja dann ist Weihnachtszeit.
Haben Sie schon alle Geschenke gekauft?

Wenn nicht, sind Sie wahrscheinlich ein wenig knapp dran. Das hektische Treiben ist groß, denn die Gelddruckereien der Weihnachtszeit sind immer sehr gefüllt, besonders wenn es kurz vor knapp kommt. Hätten sie sich wohl lieber etwas beeilt. Am besten wäre es wahrscheinlich gewesen, sie hätten während einer Rabattaktion im Frühjahr eingekauft. Da waren die Preise nicht für den weihnachtlichen Kaufrausch angepasst.

Aber was wäre Weihnachten ohne den vorweihnachtlichen Stress?
Nun, sicherlich angenehmer. Aber es wäre auch nicht Weihnachten.
Denn Weihnachten ist das Fest, an welchem wir unsere Nächsten lieben und freundlich zu allen sind, welchen wir sonst sehr unfreundlich gestimmt sind.

Weihnachten ist ein Fest des Friedens.

Weihnachten ist das Fest, dessen Vorbereitung nur alte Menschen nicht aufschieben, das Fest was so kurz nach dem Alltagsstress kommt. Das Fest zum Abschluss des Jahres. Und natürlich wie alle Jahre wieder, der Abschluss eines schrecklichen Jahres, ein Jahr voller Schmerz und Leid.  Was ist 2016 alles passiert? Man kann es kaum aufzählen.

Man möchte es vielleicht auch gar nicht aufzählen, es ja ist Weihnachten. Es ist vorbei.
Es fängt morgen wieder an, und es wird wieder schlimmer.
Jetzt ist aber erst Weihnachten. Völlig egal was kommt, jetzt feiern wir.

Wir feiern Weihnachten, wir feiern die Freude, den Profit, wir feiern uns, uns allein.
Lasst uns dieses Fest durch nichts verderben, Weihnachten ist immerzu perfekt.

Fast so perfekt wie wir.
Ich gedenke hiermit allen Menschen, welche Weihnachten nicht mehr erleben können.

Weil die Welt versagt hat,
weil wir versagt haben.
Wir alle.
Die Ignoranz verblendet unsere Sicht!

Lasst uns gegenseitig lieben, und wieder bis zum nächsten Weihnachtsfest hassen.
Feiern wir, feiern wir das Vergessen, alle Jahre wieder!

 

Fröhliche Weihnachten.

Artikel 57 – Kritik an der Unendlichkeit

Unendlichkeit

Das Gedankenexperiment des unendlich tippenden Affen scheint mir ein passender Einstieg in die Vorstellung der Unendlichkeit zu sein: Ein Affe tippt, mehr oder weniger zufällig, irgendeinen Buchstaben auf einer Schreibmaschine. Und das unendlich oft.

So entsteht eine jede mögliche Textabfolge. Um es klarzustellen: Jeder beliebiger Text wird von diesem Affen getippt. Um die Unendlichkeit noch besser aufzuzeigen, wird jede Variation eines jeden Texte von dem Affen unendlich oft getippt.

Mit diesem Experiment möchte man zeigen, dass die Unendlichkeit etwas ist, was ewig andauert.

Aber gibt es Dinge, die unendlich sind?

Manche Menschen behaupten, es gäbe unendlich viele Paralleluniversen.

Oder das Universum ist unendlich groß.

Zumindest beim letzten bin ich mir sicher, dass es nicht stimmt: Wenn man nun alle wissenschaftliche Fakten missachtet, welche die Unendlichkeit des Universums belegen, so kann man durch einfachen Blick in den Himmel beweisen, dass das Universum nicht unendlich ist.

So müsste ja, wenn das Universum unendlich groß ist (und es somit auch keinen Urknall gab) das Universum auch schon unendlich lange existieren. So müsste, nach der Logik der Unendlichkeit nach auch unser Sternenhimmel unendlich gefüllt mit Sternen sein, er müsste deutlich gefüllter sein.

Ist er aber nicht. Weil das Universum noch nicht lange existiert und auch nicht unendlich ist.

Unendlichkeit wird oft in einem Kontext genutzt, in welchem dann durch die Unendlichkeit schamlos übertrieben wird.

Aber was ist Unendlichkeit? Kann sie überhaupt existieren?

Ist eine Unendlichkeit überhaupt theoretisch möglich?

Unendlichkeit ist ewig, unendlich lange und eine unendliche Menge an Informationen.
Das sind abstrakte Werte. So ist die für die Unendlichkeit auch die Zeit nicht unbedingt relevant,
diese ist nämlich nicht nur nicht unendlich, sondern relativ.
Zeit hat auch begonnen und wird auch wieder enden. 

Gibt es die Möglichkeit, Unendlichkeit festzustellen?

Wenn sich die Sache, welche unendlich ist, unregelmäßig ändert, so muss die Sache jeden möglichen Zustand annehmen, und das unendlich oft. Die Sache ist auch unendlich oft in unendlich verschiedenen Reihenfolgen aller möglichen Zustände.

Kann so etwas existieren?

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Das Universum ist groß – Aber nicht unendlich!

Das Universum, das ist nicht unendlich.

Gibt es unendlich viele Paralleluniversen?

Dann müsste es unendlich viele verschiedene Paralleluniversen geben, was zu unendlich vielen verschiedenen Zuständen führt. Zu jedem möglichen Zustand.

Wenn wir jetzt sogar annehmen, dass in unendlich vielen Paralleluniversen das Reisen in andere Paralleluniversen möglich ist, so ist es unendlich unwahrscheinlich, dass es irgendwie möglich ist, in andere Universen zu reisen oder mit ihnen zu kommunizieren.

Denn sonst würde das dauernd passieren.

Dem Gesetz der Unendlichkeit ist alles jederzeit unendlich oft in unendlich verschiedenen Variationen möglich. Also:

Entweder sind Paralleluniversen nicht existent, oder man wird niemals eines besuchen können.

Oder sie sind nicht unendlich.

Was aber wirklich unendlich ist, sind die Zahlen.
So gibt es immer eine größere Zahl. Doch sind Zahlen doch sehr regelmäßig.
Interessant ist die unregelmäßige Unendlichkeit, welche keinem exakten Muster folgt. Ob die Zahl Pi einem Muster folgt, ist ungewiss. Jedoch lässt sich dort auch jedes Geburtsdatum und jede beliebige Reihenfolge finden.

Allerdings sind Zahlen nur eine Erfindung des Menschen, um die Welt besser abbilden zu können – somit sind Zahlen nicht real. Gibt es Unendlichkeit? Gibt es etwas, was unendlich ist und in der Realität besteht?

Gibt es Dinge, welche keine Gedankenexperimente sind und trotzdem unregelmäßig unendlich sind?

Ich möchte etwas näher die unregelmäßige Unendlichkeit definieren.

Sie ist als solche unregelmäßig, dass sie ihren Zustand verändert und mehr als einen Zustand haben kann. So ist die Zahl 1 zwar regelmäßig unendlich, da an ihr unendlich viele Nullstellen sind. Diese unregelmäßige Unendlichkeit ist erstmal uninteressant, schließlich zeigen sie keine Veränderung. Vielleicht ist Pi auch nicht wirklich unendlich lange! Die unregelmäßige Unendlichkeit hat kein Muster. Es mag zwar Muster geben, welche unregelmäßig scheinen, jedoch nicht unregelmäßig sind.

So mag es unendlich viele Primzahlen geben, jedoch ist diese Unendlichkeit nur augenscheinlich unregelmäßig. Es gibt sicher eine Formel zum Berechnen von Primzahlen, wir haben sie nur zum Glück noch nicht entdeckt. Primzahlen sind übrigens unter anderem für sichere Verschlüsselungen notwendig.

Unendlichkeit existiert nicht in der realen Welt, nicht in der Natur.

Unendlichkeit ist eine Erfindung der Menschen, weil manche Dinge unser Verständnis einfach sprengen. Wir sind nicht fähig, die nahezu unendliche Komplexität der realen Welt zu erfassen.

Denn der Mensch ist genauso vergänglich wie alles was wir bauen und erreichen. So wird die Menschheit ausgelöscht werden, so wie alles.
Denn nichts ist ewig.
Man kann aus etwas endlichen nichts unendliches erschaffen.

Nichts ist unendlich.

Over and Out.

Ende des ersten Teil des Textes über Unendlichkeit – mehr folgt