Herzlich willkommen zum 53. Artikel.Ich würde heute gerne über etwas schreiben, was ich vor ein paar Tagen in Ethik behandelt habe.

Und zwar ging es dort um den Schriftzug 

„Work, Consume, Be silent, Die“
Es gab einige Diskussionen darüber.

Dabei hat sich herausgestellt, dass viele denken dass so ein schlechtes Leben aussieht.
Ich kann es nicht nachvollziehen.

Was ist schlecht an so einem Leben?

Man arbeitet, man konsumiert, man beschwert sich nicht und irgendwann stirbt man.

Klingt für mich eher nach den Regeln eines allgegenwärtigen Systems.

Unserer Gesellschaft.
Ich möchte mich heute mit der Fragestellung befassen, was eigentlich ein gutes Leben ausmacht. Und ob es so etwas gibt.
Ich habe viel darüber nachgedacht, wie ich das formulieren soll.

Es ist auch nicht sehr einfach zu verstehen.

Wenn man eine Person fragt, was sie sich unter einem guten Leben vorstellt, erhält man typischerweise Antworten, welche ein gutes Leben als sorgenlos bezeichnen. Und natürlich sei es wichtig viel Geld zu haben und nie arbeiten zu müssen.
Klingt wunderbar, nicht?

Aber hier kommen wir wieder zu der Frage, was Glück eigentlich bedeutet.
Ist es gut, immer glücklich zu sein?

Ist es gut, nie Sorgen zu haben?
Was wäre ein Leben ohne Scheitern?

Ein Leben voller Glück und Freude?
Ich glaube nicht, dass es wirklich so schön wäre, wie einige sich das vorstellen. 

Das Scheitern lehrt uns Dinge besser zu machen und zeigt uns unsere Grenzen.

Sorgen zeigen uns, was uns wirklich etwas bedeutet.
Fehlschläge und Sorgen prägen uns, sie zeichnen unsere Persönlichkeit und unseren Charakter.

Ein Mensch, welcher immer Erfolg hat, mag glücklich sein.

Aber ist es ein gutes Leben?

Wenn ich nie arbeiten gehe, was mache ich dann?

Brauche ich dann Bildung?

Brauche ich überhaupt irgendwas?

Macht mein Leben Sinn, wenn ich keine Pflichten zu erfüllen habe? 

Wenn ich nichts brauche, wenn ich nichts arbeite und mich nie über etwas beschweren muss sterbe ich irgendwann.
Und ich habe nichts, ich habe nichts erreicht. Ich habe nie etwas geleistet.

Ich habe immer nur etwas bekommen.

Und zwar Geld, Geld ohne Ende.

Und wenn etwas zu erledigen war, habe ich es nicht selbst gemacht.
Und dann sterbe ich und frage mich, was ich eigentlich erreicht habe.

Ich mag zwar glücklich gewesen sein, aber ich hatte bei weitem kein gutes Leben. Ein gutes Leben muss erfüllt gewesen sein. 

Ein erfülltes Leben besteht aus Momenten der Freude und der Trauer, aus vielen, vielen Erinnerungen. Aus Leistungen und Fehlschlägen. Aus Fehlschlägen, von welchen man lernt, es besser zu tun.

Aus Erfolg.

Aus dem Tod.

Einer Erlösung der ewigen Routine.
Aus dem plötzlichen Halt an der Station der Ewigkeit.

So endet jedes Leben, ob glücklich oder nicht glücklich.

Und für jeden anderen geht es weiter.

Ein kleiner Ruck und es geht weiter, bis man sein Ziel erreicht.

Denn der Weg ist das Ziel.
Over and Out.